Michael R. | 19. Januar 2026

Checkliste Todesfall: Was tun in den ersten 24-48 Stunden? (inkl. PDF-Download)

Nach einem Todesfall müssen trotz der Trauer wichtige erste Schritte unternommen werden. Diese Checkliste hilft Ihnen, in den ersten 24 bis 48 Stunden den Überblick zu bewahren und nichts Wichtiges zu vergessen.

Wichtiger Hinweis: Bestimmte Vorgehensweisen und Fristen variieren je nach Bundesland und Kommune. Ihr Bestatter kennt die örtlichen Bestimmungen und berät Sie individuell.

Ein Todesfall in der Familie – was müssen Sie jetzt tun? Diese kostenlose Checkliste führt Sie Schritt für Schritt durch die ersten 24 bis 48 Stunden: von der Benachrichtigung des Arztes bis zur Auswahl des Bestatters. So behalten Sie den Überblick und vergessen nichts Wichtiges.

Kostenlose Checkliste Todesfall zum Ausdrucken (PDF-Download)

Für eine praktische Übersicht zum Abhaken: Laden Sie die Sterbefall Checkliste (Erste 24-48 Stunden) als PDF herunter.

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Inhaltsverzeichnis


Ausführliche Sterbefall Checkliste: Sofortmaßnahmen in den ersten Stunden

Wenn ein Mensch verstirbt, sind unmittelbar danach folgende Schritte notwendig:

  • Arzt oder Notruf kontaktieren:
    • Verstirbt die Person zu Hause, rufen Sie umgehend den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Der Arzt stellt den Tod offiziell fest und händigt den Totenschein aus.
    • Bei plötzlichem Tod, Unfall oder unklarer Todesursache wählen Sie den Notruf 112.
  • Totenschein entgegennehmen: Dieses Dokument ist für alle weiteren Schritte zentral – bewahren Sie es sorgfältig auf.
  • Nächste Angehörige informieren: Benachrichtigen Sie die engsten Familienmitglieder und Freunde.
  • Tod im Krankenhaus oder Pflegeheim: Das Personal kümmert sich um die ersten organisatorischen Schritte. Klären Sie mit dem Personal das weitere Vorgehen.
  • Erste Versorgung und Sicherung: Kümmern Sie sich um Haustiere des Verstorbenen. Bei alleinlebenden Verstorbenen: Wohnung sichern (Fenster und Türen schließen, Wertsachen sichern).

Die ersten 24 Stunden: Bestatter kontaktieren & erste Organisation

Nach der ärztlichen Todesfeststellung und Information der engsten Angehörigen kontaktieren Sie ein Bestattungsunternehmen. Der Bestatter begleitet Sie durch den gesamten Prozess und nimmt Ihnen viele Aufgaben ab.

Wann Bestatter informieren?

Innerhalb der ersten 24 Stunden sollten Sie einen Bestatter kontaktieren. Das ist wichtig für:

  • Überführung: Der Verstorbene muss gekühlt werden. Die Fristen für die Überführung liegen je nach Bundesland zwischen 24 und 48 Stunden.
  • Erste Beratung: Ein frühzeitiges Gespräch klärt offene Fragen und entlastet Sie emotional.
  • Planungssicherheit: Termine für Trauerfeier und Beisetzung lassen sich besser koordinieren.

Auswahl eines Bestattungsunternehmens

  • Empfehlungen: Fragen Sie im Bekanntenkreis nach Erfahrungen.
  • Online-Recherche: Achten Sie auf Mitgliedschaften im Bundesverband Deutscher Bestatter e.V.
  • Erstes Gespräch: Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl – fühlen Sie sich gut aufgehoben?
  • Transparenz bei Kosten: Ein seriöser Bestatter schlüsselt alle Kosten transparent auf.
Kostenorientierung: Bestattungskosten liegen je nach Bestattungsart und Leistungsumfang bei ca. 2.000–5.000 €. Hinzu kommen Gebühren für Sterbeurkunden (ca. 12 € pro Exemplar – bestellen Sie mehrere!). Detaillierte Informationen finden Sie in unserem Artikel Was kostet eine Bestattung?

Aufgaben des Bestatters

  • Überführung des Verstorbenen
  • Hygienische Versorgung und Einkleidung
  • Beratung zu Bestattungsarten (Erd-, Feuer-, See- oder Baumbestattung)
  • Erledigung von Formalitäten (z.B. Beantragung der Sterbeurkunde)
  • Organisation von Trauerfeier und Beisetzung
  • Beratung zur Grabwahl

Wichtige Dokumente für Bestatter & Behörden

Für das erste Gespräch mit dem Bestatter

  • Personalausweis oder Reisepass des Verstorbenen
  • Totenschein (Todesbescheinigung)
  • Geburtsurkunde (bei Ledigen)
  • Heiratsurkunde oder Familienstammbuch (bei Verheirateten)
  • Heiratsurkunde + Sterbeurkunde des Partners (bei Verwitweten)
  • Heiratsurkunde + Scheidungsurteil (bei Geschiedenen)
  • Krankenversicherungskarte
  • Bestattungsvorsorgevertrag (falls vorhanden)
  • Willensbekundung zur Feuerbestattung (falls vorhanden)
  • Organspendeausweis (falls vorhanden)

In den nächsten Tagen zusätzlich wichtig

  • Testament oder Erbvertrag
  • Versicherungspolicen (Lebens-, Sterbegeld-, Unfallversicherung)
  • Rentenbescheide / Rentennummer
  • Kontounterlagen (Girokonten, Sparkonten, Depots)
  • Mitgliedschaften und Abonnements
  • Mietvertrag
  • KFZ-Papiere
  • Schwerbehindertenausweis (falls vorhanden)
  • Vollmachten (Vorsorge-, Konto-, Generalvollmacht)

Legen Sie eine Mappe an, in der Sie alle Dokumente sammeln. Der Bestatter hilft Ihnen zu identifizieren, welche Unterlagen im konkreten Fall benötigt werden.


Digitaler Nachlass: Online-Konten und Abonnements

Neben dem materiellen Nachlass hinterlassen Verstorbene heute fast immer auch einen digitalen Nachlass. Kümmern Sie sich zeitnah um folgende Online-Konten:

Social-Media-Konten

  • Facebook: Sie können das Profil in einen Gedenkzustand versetzen lassen oder die Löschung beantragen. Dafür benötigen Sie die Sterbeurkunde.
  • Instagram: Ähnlich wie bei Facebook – Gedenkzustand oder Löschung möglich.
  • Andere Plattformen: Prüfen Sie die jeweiligen Richtlinien für verstorbene Nutzer.

E-Mail-Konten und Cloud-Speicher

Zugang zu E-Mail-Konten (Gmail, GMX, Web.de) und Cloud-Diensten (Google Drive, iCloud, Dropbox) erhalten Erben oft nur mit Erbschein und Sterbeurkunde. Kontaktieren Sie den jeweiligen Anbieter.

Finanzielle Online-Dienste

  • Online-Banking: Informieren Sie die Bank über den Todesfall. Konten werden gesperrt, bis die Erbfolge geklärt ist.
  • PayPal und ähnliche Dienste: Guthaben kann an Erben ausgezahlt werden – Kontakt zum Kundenservice erforderlich.

Abonnements und Streaming-Dienste

Kündigen Sie kostenpflichtige Abonnements wie Netflix, Spotify, Amazon Prime, Zeitungsabos oder App-Abonnements. Prüfen Sie Bank- und Kreditkartenauszüge auf regelmäßige Abbuchungen.

Tipp: Idealerweise hinterlegt man zu Lebzeiten eine Liste mit Zugangsdaten oder nutzt einen Passwort-Manager, dessen Zugang Vertrauenspersonen bekannt ist. Sprechen Sie dieses Thema bei der Vorsorgeplanung an.

24-48 Stunden nach dem Todesfall: Weitere Planung & Benachrichtigungen

Ausführliches Gespräch mit dem Bestatter

Besprechen Sie die Details für Beisetzung und Trauerfeier:

  • Bestattungsart festlegen: Erdbestattung, Feuerbestattung, Seebestattung oder Baumbestattung
  • Grabstätte auswählen: Falls noch kein Familiengrab vorhanden ist
  • Trauerfeier planen: Weltlich oder religiös? Wer hält die Trauerrede? Musikwünsche?
  • Traueranzeige gestalten: Mit unserem Online-Designer für Traueranzeigen können Sie passende Vorlagen nutzen. Für Formulierungen finden Sie Inspiration bei unseren Trauersprüchen.

Wer muss informiert werden?

  • Weitere Angehörige, Freunde und Bekannte
  • Arbeitgeber des Verstorbenen (für letzte Gehaltsabrechnung, Arbeitspapiere, ggf. betriebliches Sterbegeld)
  • Eigener Arbeitgeber (Anspruch auf Sonderurlaub prüfen)
  • Vermieter/Hausverwaltung
  • Pflegedienst (falls involviert)
  • Anstehende Termine des Verstorbenen absagen

Unterstützung und Hilfe in der Trauerzeit

Professionelle Unterstützung

  • Bestatter: Ihr zentraler Ansprechpartner für alle organisatorischen Fragen
  • Seelsorger und Trauerbegleiter: Kirchliche Seelsorger oder ausgebildete Trauerbegleiter bieten Gespräche und Begleitung
  • Telefonseelsorge: Kostenlos und anonym unter 0800/111 0 111 oder 116 123
  • Hausarzt: Bei körperlichen Beschwerden durch die Trauer (Schlafstörungen, Appetitlosigkeit)

Hilfe aus dem persönlichen Umfeld

Bitten Sie konkret um Unterstützung: Einkäufe, Kinderbetreuung, Kochen, Begleitung zu Terminen. Es ist keine Schwäche, Hilfe anzunehmen.


Vorbereitung der nächsten Schritte: Bestattung & Trauerfeier planen

Nach den ersten 24 bis 48 Stunden folgt die detaillierte Planung:

  • Trauerfeier gestalten: Ablauf, Musik, Blumenschmuck, eventuelle Redebeiträge von Angehörigen
  • Traueranzeige und Danksagungen: Mit unserem Online-Designer gestalten Sie würdevolle Anzeigen. Für Danksagungen nach der Trauerfeier finden Sie ebenfalls passende Vorlagen.
  • Leichenschmaus organisieren: Klären Sie, ob eine Zusammenkunft nach der Beisetzung gewünscht ist und reservieren Sie ggf. eine Lokalität.

Die 10 wichtigsten Schritte im Überblick

  1. Arzt rufen (116 117) – Totenschein ausstellen lassen
  2. Bei Unfall oder unklarer Todesursache: Notruf 112
  3. Engste Angehörige informieren
  4. Bestatter kontaktieren (innerhalb 24 Stunden)
  5. Wichtige Dokumente zusammenstellen (Ausweis, Totenschein, Personenstandsurkunden)
  6. Arbeitgeber des Verstorbenen und eigenen Arbeitgeber informieren
  7. Bestattungsart und Grabstätte festlegen
  8. Trauerfeier planen und Traueranzeige gestalten
  9. Digitalen Nachlass regeln (Online-Konten, Abos kündigen)
  10. Versicherungen, Rentenversicherung und Vermieter benachrichtigen

Häufige Fragen (FAQ)

Was kostet ein Bestatter ungefähr?

Die Kosten für einen Bestatter liegen je nach Bestattungsart und Leistungsumfang zwischen ca. 2.000 und 5.000 €. Hinzu kommen Friedhofsgebühren, Kosten für den Grabstein und weitere Ausgaben. Eine detaillierte Aufschlüsselung finden Sie in unserem Artikel Was kostet eine Bestattung?

Was passiert mit Online-Konten und Social Media?

Online-Konten gehören zum digitalen Nachlass. Social-Media-Profile wie Facebook oder Instagram können in einen Gedenkzustand versetzt oder gelöscht werden. Für E-Mail-Konten und Cloud-Dienste benötigen Erben meist Erbschein und Sterbeurkunde. Kündigen Sie kostenpflichtige Streaming-Abos und Online-Dienste zeitnah. Mehr dazu im Abschnitt Digitaler Nachlass.

Wie schnell muss ich einen Bestatter beauftragen?

Kontaktieren Sie einen Bestatter idealerweise innerhalb der ersten 24 Stunden. Die gesetzlichen Fristen für die Überführung liegen je nach Bundesland zwischen 24 und 48 Stunden. Der Bestatter kennt die lokalen Regelungen.

Welche Dokumente brauche ich für den Bestatter?

Für das erste Gespräch benötigen Sie: Personalausweis des Verstorbenen, Totenschein und Personenstandsurkunden (Geburts-, Heirats- oder Scheidungsurkunde je nach Familienstand). Eine vollständige Liste finden Sie im Abschnitt Wichtige Dokumente.

Habe ich Anspruch auf Sonderurlaub?

Ja, bei Tod naher Angehöriger besteht in der Regel Anspruch auf Sonderurlaub. Die genaue Dauer hängt vom Verwandtschaftsgrad und Ihrem Arbeitsvertrag bzw. Tarifvertrag ab. Klären Sie die Details mit Ihrer Personalabteilung.


Weiterführende Informationen & Links